Dekan Thomas Helm zelebrierte zusammen mit Pfarrer Michael Birner, Pfarrvikar Christian Preitschaft und Diakon Dieter Gerstacker den Abendgottesdienst am ersten Sonntag der Wallfahrtswoche. In seiner Predigt erinnerte der Stadtpfarrer von Sankt Martin an die Heilige Mutter Teresa von Kalkutta, die selbstlos den Ärmsten der Armen in ihrem Hospiz beigestanden habe.
Die Albanerin sein „ein Geschenk an die Kirche“ gewesen und habe darauf vertraut, dass „Gott nicht mehr von einem verlangt als man leisten kann“, so Dekan Helm. Ihre Leistung im eigens gegründeten Orden der „Missionarinnen der Nächstgenliebe“ gegen Gleichgültigkeit habe weltweite Resonanz gefunden, fuhr er fort. Doch wie viele andere auch, sei auch sie durch Ängste, Verlorenheit, Dunkelheiten und Gottesferne gegangen. Aber ihr Grundvertrauen, dass „Gottes Liebe auch in jedem Sturm des Lebens da ist“, habe sie getragen und zum Vorbild gemacht.
Nach dem Gottesdienst bedankte sich Coco Aquino, langjähriger Projektleiter des Centro Cultural im bolivianischen Independencia, aufrichtig bei dem Oberpfälzer Verein „Runa Masi“. Übersetzte bedeute dies „Schwestern, Brüder, Freunde beziehungsweise „Mensch wie ich“. Seit 40 Jahren gibt es diese Ehrenamtlichen, die sich einer „Hilfe zur Selbsthilfe“ verschrieben haben und Wasserprojekte für die armen Bauern im Hochland Ayopayas unterstützen. Dabei werden nur Materialien bezahlt, die Arbeiten muss das ganze Dorf gemeinsam stemmen, anfangs Sammelbecken und Wasserleitungen, derzeit zunehmend Quellfassungen und Tiefbohrungen.
Coco Aquino dankte bewegt er für gelebte Menschlichkeit im Namen von Tausenden von Kleinbauern, deren Überleben man gesichert habe. Da jedes Jahr circa 20.000 Euro an gesammelten Spenden überwiesen werden konnten, summiert sich mittlerweile die transferierte Hilfe auf sagenhafte 800.000 Euro. Er betonte, dass man sehr wohl wisse, dass dieses Geld nicht vom Himmel falle, sondern ganz bewusst gespart und erarbeitet wurde. Die Tatsache, dass man Fremden helfe, als wären sie Schwestern und Brüder, habe nicht nur einen enormen Herzenswert, sondern sie zeige auch großen Weitblick in einer Welt, die immer näher zusammenrückt und in der alles mit allem verbunden ist.
Der Agraringenieur erzählte auch von der einstigen unglaublichen Armut in seiner Heimat ohne ausreichend Trinkwasser, ohne Elektrizität, bei so gut wie keiner medizinischen und sozialen Versorgung und äußerst mangelhafter Schulbildung. Viel habe die Unterstützung bewirkt, so dass mittlerweile sogar erfolgreiche Studenten aus der Gegend kommen, um das Land weiter voranbringen.
Mit Bayern verbinde ihn sehr viel, so der Projektleiter. Denn die Ordensschwester Verena Birnbacher und der Priester Manfred Rau halfen bis zu ihrem Tod mit, die Lage in seiner Heimat entscheidend zu verbessern. Zu deren Beerdigung seien Zehntausende dankbare und weinende Menschen gekommen, die hierfür stundenlange Fußmärsche auf sich genommen haben.
Berührt dankte Aquino dafür, dass die Runa Masis an die Kraft der Campesinos geglaubt haben, sich mit Unterstützung selbst zu helfen und so überlebenswichtige Hoffnung gesät haben. Mit „Tausend Dank, liebe bayrische Schwestern und Brüder!“ endete er. Mit dem Hoffnungslied „Ich glaube fest“ der Vorsitzenden Hans und Dorothea Bauer und Marianne Moosburger zur Charango-Begleitung von Aquino endete mit Applaus die abendliche Stunde.
Noch lange saß Coco Aquino mit Mitgliedern von Runa Masi zusammen, um über die derzeitige schwierige Lage in seinem Heimatland, aber auch über erfolgreiche und neue Projekte zu berichten und nicht zuletzt, um herzlich auch für 50 Prozent der beim Gottesdienst eingesammelten Spenden in Höhe von 261,63 Euro zu danken.
Dankansprache von Jorge Aquino im PDF Format zum Nachlesen
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