Pfarrei-Hahnbach Lebendige Steine einer lebendigen Kirche
 
   
 

Geschichte des Frohnberges nach Ausgrabungen im vergangenen Jahr in neuem Licht!

30.7.2005

(mma) Wenn am Samstag, dem 13. August 2005 wieder das Frohnbergfest startet, ahnen wohl die wenigsten, was sich unter ihren Füßen verbirgt. Grabungen im vergangenen Jahr haben die Geschichte des Frohnberges nämlich in einem neuen Licht gezeigt und der Platz an der Lourdeskapelle sorgte dabei für manche Überraschung.

Bereits jetzt gilt als sicher, dass dort im elften und zwölften Jahrhundert ein Herrensitz war. Der bei Ausgrabungen gefundene Wohnturm war ein massiver Steinbau und hatte einen quadratischen Grundriss von neun mal neun Metern. Erstaunlich war auch die Stärke des Quadermauerwerks mit 1,40 bis gar 1,70 Meter. Reste von qualitativ hochwertigem Putz deuten ebenso auf wohlhabende Bauherren hin, erläuterte Dr. Silvia Codreanu-Windauer von der archäologischen Außenstelle des Bayrischen Amts für Denkmalpflege.

Grabungsleiter Dr. Mathias Hensch schätzt die Höhe des Wohnturms auf stattliche 25 bis 30 Meter, dazu kam ein Halbkeller. Auch vermutet er viele Treppen im Inneren. Nahe liegend sei, so der Archäologe, dass die um 1121 erstmals erwähnten Sulzbacher Ministralen ihren Amtssitz als Dienstadel von Hahnbach auf dem Frohnberg hatten. Möglicherweise waren die Grafen von Sulzbach die Auftraggeber der Bauten und eine große mittelalterliche Burganlage zeugte von Macht, Einfluß und Reichtum der Gebietsherren.

1467 wird auf dem Berg eine Peterskirche erwähnt, welche wohl die Vilsfischer für ihren Schutzpatron errichtet haben. In der derzeitigen Wallfahrtskirche erzählen die Bilder an der Empore von der späteren Geschichte des Berges. Im ersten Bild sieht man einen Bauernhof auf dem Tafelberg, der wohl einem Josef Ulrich Mayer gehört hat. Dessen Hof ist aber in den Wirren des 30jährigen Kriegs abgebrannt und der Frohnberg verödete. Um 1666 wird von einem "Kirchl unserer Lieben Frau vom Frohnberg" berichtet. Das jetzige Gnadenbild, eine 1,2 Meter große Madonna aus Lindenholz mit dem Jesuskind auf dem Arm, dürfte wohl damals bereits verehrt worden sein, da man von "Wunderzeichen" auf Fürsprache der Heiligen Maria in den Votivtafeln berichtet. Die fein gefasste Statue selber stammt aus dem Böhmischen und wurde wohl um 1500 von einem unbekannten Meister geschnitzt.

Erst 1751 wurde der Kirchbau mit dem 25 Meter Hohen Turm vollendet. Die drei Glocken können allerdings in diesem Jahr nicht geläutet werden, da der Glockenstuhl derart marode ist, dass ihm die Schwingungen nur einer Glocke zugemutet werden können. Pfarrer Eckert zeigte sich darüber sehr bekümmert, hofft aber auf eine Sanierung vor dem Bergfest im nächsten Jahr.

Bis 1862 war der Innenraum im Schiff und in den Nischen mit Fresken, wohl vom Kirchenmaler Michael Wild aus Amberg geschmückt, welchevom Maler Sebastian Holzner 1879 teilweise erneuert, teilweise übermalt wurden.
Wiederholt wurde die Wallfahrtkirche renoviert, das letzte Mal gründlich von 1976 bis 1978. Bei Arbeiten an der Lourdeskapelle entdeckte man zwei Rundsäulen, die nun wieder sichtbar gemacht sind.

Doch was wäre der Frohnberg ohne seine Wirtschaft. Mehrere Klausen und Gasträume folgten einander dort bereits. Die derzeitige Pächterin Erika Fenk und all die anderen Budenwirte jedenfalls freuen sich mit den "Standlleit" schon auf die acht Tage Bergfest vom 13. bis zum 21.August, dem Patrozinium der Wallfahrtskirche.

Frohnbergkirche!

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Lourdeskapelle mit Kreuz!Ausgrabungen 2003/2004

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Ausgrabungen 2003/2004Ausgrabungen 2003/2004

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Vorstellung der Ausgrabungen durch Dr. Mathias Hensch, 2004!

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